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Setra S 315 NF
07.03.2013 - 01:00

Setra S 315 NF
  • Ein Niederflurbus auf hohem Niveau
  • Im Mittelpunkt die Fahrgäste und der Fahrer


Der Setra S 315 NF mit einflügeliger Einstiegstür vorne

Im Jahre 1996 erweiterte Setra seine Angebotspalette der Überlandlinienbusse um eine Niederflurvariante, den Setra S 315 NF. Natürlich griff man auch hier wieder in den bewährten Baukasten, um möglichst eine weitgehende Gleichteilesituation zu gewährleisten. Das galt besonders für Bauteile der Karosserie, des Fahrwerks und des Fahrerplatzes. Sehr individuell, aber den Kundenwünschen entsprechend, konnten nach diesem Baukastenprinzip auch die Fahrgasträume gestaltet werden.


Der Setra S 315 NF mit zweiflügeliger Einstiegstür vorne

Entsprechend seines Einsatzzweckes sollte auch die Form die Funktion unterstützen. Da ein Überlandlinienbus eine möglichst große Anzahl an Sitzplätzen benötigt, wurde der S 315 NF für bis zu 49 sitzenden Fahrgästen konzipiert. Um den fahrgästen eine gute Sicht zu ermöglichen, wurden die Scheiben des Busses vergrößert und stark nach unten gezogen.

Das Gerippe des S 315 NF wurde aus genormten Profilen geschweißt und bildete eine stabile, biege- und verwindungssteife Struktur. Mit der Methode der Finiten Elemente (FEM) wurde die Struktur außerdem optimiert und garantierte die volle Sicherheit nach ECE R 66. Diese europäische Regelung legt fest, dass bei einem angenommenen Überschlag eines Omnibusses der vorgeschriebene Überlebensraum für die Insassen eines Fahrzeuges erhalten bleibt.


Das Gerippe des Setra S 315 NF

Die Deckengestaltung, die elektrische Anlage sowie die Heizung wurden komplett aus dem S 315 UL übernommen. Ein weiteres markantes Merkmal war die neue Fahrtziel-Anzeige hinter der durchgehenden Windschutzscheibe mit einer Sichtfeldhöhe von 380 mm.

Der Bus verfügte über einen ebenen Fußboden, der nur leicht zur letzetn Sitzreihe anstieg. Die Einstiegshöhe betrug 350 mm bei 100%-Bereifung.


Breite Einstiege und eine niedrige Einstiegshöhe kennzeichneten den S 315 NF

Um dieses Ziel zu erreichen, musste eine entsprechende Fahrwerksmodifikation vorgenommen werden. Dafür wurde speziell für den S 315 NF eine neue Portal-Hinterachse entwickelt. In Verbindung mit dem asymetrisch angeordneten Differential konnte die komplette Antriebseinheit unter Flur eingebaut werden. Das war allerdings nur möglich, durch die Schrägstellung des Antriebsstranges in der Draufsicht um 3° und in der Seitenansicht um 6,5°.


Die Hinterachse mit der Antriebseinheit und die mögliche Sitzplatzaufteilung



Einzelradaufhängung vorn und Druckluft-Scheibenbremsen gehörten zur Ausstattung

Für die Fahrgäste wurde neben der üblichen Be- und Entlüftung auch eine Klimaanlage angeboten. Die Verdampfer wurden dafür im Heckdach plaziert. Anstelle der sonst üblichen ESL-Bestuhlung kamen beim S 315 NF die weiterentwickelten SC-Sitze (Special-Class) zum Einsatz. Neu bei dieser Bestuhlung war die höhere, asymmetrische Rückenlehne, die den Mittelgang nicht einengte und eine Zulassung für 100 km/h möglich machte.


Die neuen Sitze im S 315 NF

Für die Armaturentafel wurde ein einheitlicher Korpus entworfen, der nach ergonomischen Gesichtspunkten entwickelt wurde. Er war steiler gestellt, damit die Instrumente blendfrei und gut einsehbar plaziert werden konnten. Der Kunde hatte die Wahl zwischen einer Instrumententafel nach VDV-Empfehlung oder einer Bestückung entsprechend dem Reisebus.


Das Cockpit

Als Antrieb wurde serienmäßig der Mercedes-Benz-Motor OM 447 hLA mit 184 kW (250 PS) angeboten. Wer wollte, konnte aber auch den stärkeren Motor mit 220 kW (300 PS) einbauen lassen.

Beim Getriebe hatte der Kunde die Wahl zwischen dem 6-Gang-Schaltgetriebe S 6-85 von ZF, dem Automatikgetriebe 5 HP 500/590 von ZF oder dem Automatikgetriebe D 864.3 von Voith. Die Getriebe wurden jeweils mit drei Versionen von Hinterachs-Übersetzungen angeboten.

Beim Publikum und bei der Fachpresse kam der Bus gut an. Bei Letzteren sogar so gut, dass sie ihn noch im gleichen Jahr zum „Bus of the Year“ wählten.


Der Setra S 315 NF


Fotos:
EvoBus GmbH


admin


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