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Setra SG 221 HDS
10.09.2007 - 18:45

Setra SG 221 HDS
  • Ein Reisehochdecker als Gelenkbus
  • Fahrzeug blieb ein Einzelstück


Im Jahre 1978 wurden im Setra-Programm die ersten Reisegelenkomnibusse vorgestellt. Zwar nur als Zeichnung, aber sie zeigten wohin der Trend gehen sollte. Vorgestellt wurden dabei die Typen SG 221 HD, SG 221 HD (U), SG 221 H (MU), SG 221 H (UL) und der S 221 H (M). Letzterer hätte richtigerweise auch SG 221 H (M) heißen müssen, da er ebenfalls ein Gelenkbus war. Auf der IAA 1979 wurde dann ein Prototyp eines Reisegelenkomnibusses gezeigt, der allerdings höher war als die bisherigen Hochdecker, ein Unterflurcockpit besaß und die Typenbezeichnung SG 221 HDS trug.

Die Überlegungen zum Bau eines solchen Fahrzeuges gingen auf Anregungen eines italienischen Kunden zurück, der nach Möglichkeiten suchte, mehr Fahrgäste in einem Elf-Meter-Bus zu befördern. Dazu muss man wissen, dass zur damaligen Zeit Zwölf-Meter-Busse in Italien nicht zulässig waren. So kam man auf die Idee, einen Omnibus zu bauen, der über ein tiefliegendes Cockpit verfügte und einem darüberliegenden Fahrgastraum der über die gesamte Fahrzeuglänge ging. Doch die Umstellung auf die Baureihe 200 und das Ende der Henschel-Motoren-Produktion verhinderten damals den Bau eines solchen Busses.


Der Entwurf eines Setra in Hochdeckerausführung aus dem Jahre 1969 basierend auf der Baureihe 100.

Die Vorstellungen bei Setra gingen dahin, dass Reisebusse mit Toilette, Bordküche, Garderobe und anderem Komfort ausgestattet werden sollten. Dazu sollten sie einen großen Kofferraum und ein möglichst großes Sitzplatzangebot haben. Das Ergebnis war dann dieser Superhochdecker als Gelenkbusversion.



Der Setra SG 221 HDS aus verschiedenen Perspektiven.

Der Nachläufer hatte bei diesem Omnibus zwei Funktionen. Zum einen bot er im Oberdeck zusätzliche Sitzplätze, zum anderen war das Unterdeck den Serviceeinrichtungen vorbehalten. Doch es kam anders als geplant. Frankreich verbot Reisegelenkomnibussen die Durchfahrt und das war das Ende einer weiteren Entwicklung von Reise-Gelenkbussen.

Kässbohrer setzte diesen Bus dann nur noch als werkseigenen Informationswagen ein. Er diente als rollendes Restaurant, Anlaufstelle bei Tagungen oder Ausstellungen. Mit seiner Super-Ausstattung von der Filmvorführeinrichtung bis zur Großküche mit Mikrowellenherd erreichte er eine große Beliebtheit und konnte sich vielseitiger Nutzung erfreuen. Später wurde der Bus dann an eine andere Firma verkauft. Das Konzept des Busses floss aber doch in die Serienproduktion ein. Als Setra S 216 HDS kam dann ein Solofahrzeug auf den Markt, welches die Merkmale des Prototypen in sich vereinigte.


Innenansicht von vorne aus gesehen.


Innenansicht vom Nachläufer aus gesehen.


Der Fahrerplatz.



Technische Daten - Setra SG 221 HDS (Typenblatt)

Fotos:
Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH


admin


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