Ehemalige Bushersteller
Karosseriewerke Drauz KG
24.01.2012 - 01:00


Karosseriewerke Drauz KG

Die Firma Drauz wurde 1900 von dem Wagenbaumeister Gustav Drauz als "Heibronner Carosseriefabrik G. Drauz & Co." gegründet. Das Unternehmen fertigte Pferdefuhrwerke und Landauer. Nach einigen Pkw-Aufbauten folgten 1909 auch erste Omnibus- und Anhängerkarosserien. Der erste Weltkrieg stoppte jedoch abrupt jede weitere Entwicklung. Statt Pkw und Omnibussen baute man nun Feldküchen und Krankentransportwagen.


Benz-Omnibus mit Drauz-Karosserie 1911

Nach dem ersten Weltkrieg begann die Fabrikation von "Specialkarosserien" auf Pkw- Fahrgestellen u.a. für Adler, Benz Horch, NSU und Stoewer. Ein ganz wichtiger Kunde wurden die Kölner Ford-Werke, für die man nun Pkw-Karosserien und Lkw-Fahrerhäuser produzierte. Allein von der Cabrio-Limousine Ford Eifel entstanden bis zum zweiten Weltkrieg rund 10.000 Stück bei Drauz. 1936 trennte man sich vom Holzaufbau und die gesamte Produktion wurde auf Ganzstahlkarosserien umgestellt. Der zweite Weltkrieg stoppte dann wieder alle Aktivitäten und die Produktion beschränkte sich auf Kübel- und Schwimmwagen für die Wehrmacht. 1944 wurde das Werk dann bei einem Luftangriff vollständig zerstört.


Krupp OD 6.5 N mit Ganzstahlkarosserie 1939

Nach dem zweiten Weltkrieg begann der Omnibusbau zunächst mit der Aufarbeitung kriegsbeschädigter Omnibusse und später dann Aufbauten für Henschel-Obusse. Es gelang auch die Kontakte zu den Ford-Werken wiederzubeleben und Drauz übernahm die Fertigung von Kotflügeln und Motorhauben für den Ford Taunus, sowie die Fertigung von kompletten Bussen auf Ford G 790 B- und G 798 B-Chassis.

1951 präsentierte man das erste komplett eigenständige Busmodell. Die Konstruktion basierte auf einem Gitterrohrtragrahmen, auf den die eigentliche Karosserie aus einer geschweißten Gittergrundkonstruktion aufgesetzt wurde. Der Gitterrohrtragrahmen war leicht zu modifizieren, so dass der Bus in unterschiedlichen Längen gebaut werden konnte.


Der Drauz DR 42 mit einem 6-Zylinder-Reihenmotor Ford GIYT mit 90 PS

Doch Ford lieferte nicht nur den Motor, sondern auch die übrigen Fahrwerkskomponenten wie Bremsen, Getriebe, Achsen und Kardanwelle. Doch es fanden sich nur wenige Käufer für dieses Fahrzeug. Bis 1955 wurden hiervon nur 27 Stück produziert. Weitere technische Daten

1955 stellte Drauz den DR 43 vor. Ein in Eigenregie vertriebener Reisebus mit Ford AD 6-Motor. Ein V 6 - 2-Takt - Diesel mit 120 PS. Später wurde der problematische Ford-Motor durch einen Henschel 522 DP - einen 6-Zylinder-Reihendiesel mit 125 PS – ersetzt. Weitere technische Daten


Drauz DR 43 mit Henschel-Motor

1957 folgt der Drauz DR 25. Ein Clubbus der mit dem Ford AD 4 einem V 4 - Zweitakt - Diesel mit 80 PS bestückt war. Weitere technische Daten Wahlweise konnte aber auch der Ford AD 6 - V 6 - Zweitakt-Diesel mit 120 PS eingebaut werden. Weitere technische Daten


Drauz Clubbus DR 25

Parallel zu dem Reisebus DR 43 stellte Drauz auch einen Stadtbus vor mit MAN Diesel im Heck und wahlweise 115 oder 130 PS. Dieser Bus ist ebenfalls als selbsttragende Konstruktion ausgelegt und konnte bis zu 90 Personen transportieren. Da der Fahrzeugboden zur Abdeckung der Hinterachse ab Fahrzeugmitte erhöht war, stieg die Dachpartie in Wagenmitte gleichermaßen mit einer Stufe an. Weitere technische Daten


Drauz Stadtbus - 1955

Neben den Reisebussen stellte Drauz 1954 noch einen selbsttragenden Obus vor. Es waren die Typen DR 5000 und DR 6000. Beide unterschieden sich lediglich durch die Länge des Radstandes. Bis 1956 wurde aber immer noch von „nicht abgeschlossenen Erprobungen“ berichtet. Irgendwann verlor sich dann die Spur dieses Busses und er kam über den Prototyp nicht hinaus. Weitere technische Daten


Drauz DR 6000

Zur IAA 1959 wurde der DR 25 nicht mehr vorgestellt. Ebenso der DR 43 mit Ford-Motor. Mit dem Henschel-Motor wurde der DR 43 noch bis 1962 gebaut. 1962 wurde das Werk an die NSU-Werke verkauft und damit endete der Omnibusbau bei Drauz. Das Unternehmen beschäftigt sich heute mit der Herstellung von Großwerkzeugen, Anlagenbau für die Karosseriefertigung und Prototypenbau. Es gehört mittlerweile der Thyssen Krupp TK-Konzerngesellschaft Krupp Drauz.


Fotos:
Drauz


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