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Magirus O 3500 und O 3500 H
02.03.2010 - 01:00

Magirus O 3500 und O 3500 H
  • Der letzte Haubenbus von Magirus
  • Der Heckmotor hält Einzug
  • Aufbau nicht mehr auf Lkw-Fahrgestell

Magirus O 3500 – Baujahr 1952

1950 überarbeitete Magirus seine Fahrgestelle und als neuer Typ kam das Fahrgestell des O 3500 hinzu. Der Radstand wurde hierbei auf 5.200 mm verlängert und das zulässige Gesamtgewicht gegenüber dem O 3000 um eine Tonne angehoben.

Gleichzeitig erhält der Magirus-Bus ein neues, moderneres Aussehen. Die eckige Schnauze weicht einer rundlichen kurzen Haube im gleichen Stil, wie sie auch die Lkw´s haben. Die wie ein Krokodilsmaul nach oben aufklappende „Alligator“-Haube gibt den Motor allseitig frei und schützt gleichzeitig vor Regen.

Ein besonderes Augenmerk galt der Optimierung der Schallisolierung zwischen Motor und Karosserie. Es gelang den Technikern, den Geräuschpegel so herunterzudrücken, dass der lüftgekühlte „Heuler“ keine Belästigung mehr im Fahrgastraum verursachte.


Magirus O 3500 mit Werksaufbau für die Deutsche Bundespost – Baujahr 1951

Als Motor diente bei der Baureihe O 3500 der Deutz F 4 L 514. Ein luftgekühlter Vierzylinder mit 72 PS (ab 1950 90 PS) und 5.322 ccm Hubraum. Da diese Leistung nicht so ganz befriedigte, wurde die Baureihe O 3500 1952 um eine Motorvariante erweitert. Erhältlich ist nun ein 6-Zylinder mit 130 PS. Da der Platz unter der „Alligator“-Haube beschränkt war, wurden die 6 Zylinder in V-Form angeordnet. Serienmäßig gab es nun auch eine Motorbremse. Zur Unterscheidung lautetet die Typenbezeichnung O 3500/6.


Magirus O 3500/6 – Baujahr 1954

Doch die Produktion der Haubenbusse läuft nun aus. Lediglich für Aufbauer werden noch Fahrgestelle angeboten. Die letzten bis 1955 vom Typ O 3500/6.


Magirus O 3500 mit Aufbau von Kässbohrer

Das man sich von den Haubenbussen verabschiedete bewies die Tatsache, dass Magirus schon 1951 auf der IAA einen Omnibus mit Heckmotor vorstellte, den O 6500. Der Aufbau erfolgte hierbei in halbselbsttragender Bauweise auf einem Fahrgestell. Ausgestattet war der Bus mit einem V-8-Motor mit 175 PS Leistung. Die Serienproduktion lief allerdings erst langsam im Jahre 1952 an.


Magirus O 6500 der ersten Serie

Während Magirus-Deutz mit dem O 6500 in der Klasse der großen Omnibusse einen Bus mit Heckmotor anbot, vertraute man in der kleinen Klasse noch auf die Haubenwagen. Auf der IAA 1953 stellte man dann den O 3500 H vor, der als kleiner Bruder des O 6500 fungierte. Das H in der Typenbezeichnung stand nun für Heckmotor. Doch bis zur Serienfertigung sollte noch ein Jahr vergehen, damit noch weitere technische Erprobungen vorgenommen werden konnten.


Magirus O 3500 H von 1952. Gut zu sehen die Dachhutze über die die Frischluft für den Motor angesaugt wurde.

Aufgebaut war der Bus ebenfalls in halbselbsttragender Bauweise auf einem Fahrgestell. Angetrieben wurde er von dem Deutz F 6 FL 614 V-6-Motor mit 130 PS bzw. 125 Netto-PS und 7.983 ccm Hubraum. Angeblockt ist ein ZF AK 533 Getriebe mit Synchronisation vom 2. bis 5. Gang. Hiermit erreicht der Bus eine Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h.

Populär wird der O 3500 H vor allem mit großzügiger Dachrandverglasung und zweifarbiger Lackierung als Luxus-Reisebus für 39 Personen. Die Frontpartie wurde allerdings noch im ersten Produktionsjahr umgestaltet. Das offene Lüftungsgitter unter dem Magirus-Zeichen entfiel, der Radstand wurde um 40 cm verlängert und die Nutzlast erhöht.


Magirus O 3500 H Linienbus von 1957

Vor der IAA 1957 stellt Magirus das „Modell 1958“ des O 3500 H vor. Die Dachhutze war verschwunden und machte einer großzügigen Heckverglasung Platz. Durch kleine Öffnungen an den hinteren Ecken wurde nun die Verbrennungsluft angesaugt, während die Versorgung mit Kühlluft durch Gitter in der Heckklappe erfolgte. Außerdem gelang es durch konstruktive Änderungen eine komplette Sitzreihe mehr einzubauen.

Als Magirus auf der IAA 1957 den „Saturn II“ vorstellt, wird die Baureihe O 3500 H auf Reisebusse reduziert. Diese dafür auf Wunsch mit Luxusausstattungen wie Pullman-Schlafsessel oder Schiebedach. Mit der Einführung des „Saturn II“ als Reisebusversion verschwindet der O 3500 H aus den deutschen Angebotslisten. Lediglich für Aufbauer im Ausland werden noch Fahrgestelle bis 1963 weitergeliefert.


Magirus O 3500 H – Modell 1958


Technische Daten - Magirus O 3500 V6 (Typenblatt)

Technische Daten - Magirus O 3500 H (Typenblatt)

Fotos:
Iveco
Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH
Omnibusarchiv


admin


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