Geschichte
Heinrich Büssing
11.01.2006 - 17:25

Heinrich Büssing
Im Gegensatz zu anderen Fahrzeugbauern, war Heinrich Büssing fast 60 Jahre alt, als er begann, sich intensiv mit dem Fahrzeugbau zu beschäftigen. Ihm war jedoch der Nutzen für die Allgemeinheit wichtiger. Außer Lastwagen wollte er nur "Wagen für Leute herstellen, die sonst zu Fuß laufen müßten".

Die ersten Fahrzeuge wurden auch von ihm mit Riemengetriebe und -antrieb gebaut. 1903 gründet er die Firma Heinrich Büssing. Im selben Jahr noch geht er vom Riemenantrieb zum Zahnrad-Schaltgetriebe und Kettenantrieb über. Im September 1904 ist die erste Lkw-Konstruktion fertig und wird mit 3 Tonnen Nutzlast beladen durch den Harz auf eine harte Probefahrt geschickt. Ein halbes Jahr später ist der erste Omnibus fertig.


Im Gegensatz von anderen Herstellern, pflegte Heinrich Büssing seine Fahrzeuge erst auf Herz und Nieren zu überprüfen, bevor er sie an die Kunden verkaufte. So sah man in jenen Tagen nicht selten einen älteren Herrn, der ein Ungetüm mit surrenden Ketten und ratterndem Motor über die schlechten Straßen quälte. Als "Nutzlast" fuhren oft ein paar Kinder mit, die Enkel des älteren Herrn.

Am 5. Juni 1904 wurde dieser Bus in Dienst gestellt. Büssing hatte kurzerhand selbst ein Fuhrunternehmen gegründet, welches auf der Linie Braunschweig-Wendeburg den Linienverkehr einrichtete.

Für Büssing war diese Linie dann auch das beste Versuchsfeld. Die täglichen Fahrten summierten sich auf 104 Kilometer und die Straße war extrem schlecht. So war es möglich, nicht nur die Technik, sondern auch jede Neuerung unter den härtesten Bedingungen zu testen.

Büssings erster Linienbus - Braunschweig-Wendeburg, 1904

Später wurden noch weitere Linien eröffnet, aber außer der ersten und den Peiner Verkehrsverbindungen waren diese Linien nicht von Erfolg gekrönt. Man hatte auch hier die Konkurrenz von der Schiene unterschätzt bzw. nicht bedacht, daß diese günstigere Tarife anbieten konnten. Das machte sich, besonders bei parallel laufenden Linien, schmerzhaft bemerkbar. Trotzdem war Büssing mit einer der ersten der es geschafft hatte, den Omnibus-Linienverkehr rentabel zu machen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die meisten Versuche dieser Art immer wieder an den Kosten oder an den technischen Unzulänglichkeiten gescheitert.


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