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Setra S 228 DT
27.01.2011 - 01:00

Setra S 228 DT
  • Erster Setra Doppelstockbus S 228 DT vor 30 Jahren präsentiert
  • 1982 – 1993: 1 104 Fahrzeuge verkauft
  • Setra S 228 DT international gefragt



Die Setra Baureihe 200 hatte sich seit ihrer Premiere im Jahr 1976 schon sehr gut bei vielen Kunden in ganz Westeuropa behauptet. Sie war nach fünf Jahren auf 33 Varianten angewachsen. Dann hatte der Setra S 228 DT (Doppelstock Touristik) – das Reisebus-Flaggschiff mit vier Metern Höhe – anlässlich der IAA 1981 Premiere.

Super-Hochdecker (HDS) als Basis für den Doppelstockbus

Setra, die Marke, die immer eine sehr rege Omnibus-Variantenentwicklung betrieben hat, präsentierte 1979 einen Gelenkbus in Super-Hochdeckerausführung, den SG 221 HDS, bei dem Fahrer- und Beifahrerplatz unter die Fahrgastebene verlegt waren. Dadurch konnten zusätzliche Sitzreihen gewonnen werden. Die Erkenntnisse aus dieser Entwicklungsarbeit erbrachten ein sichtlich erfolgreiches Ergebnis: Super-Hochdeckerbusse (HDS), die ideal für gehobene Fernreisen waren und eine großzügige Innenraumgestaltung sowie viel Platz für Gepäck bieten konnten. Im Jahr 1980 wurden der S 216 HDS und der S 215 HDS im Markt eingeführt. Während der S 216 HDS das sogenannte Unterflur-Cockpit hatte, war der S 215 HDS mit einem konventionellen Fahrerplatz ausgestattet und hatte deshalb auch eine Sitzreihe weniger. Die Außenmaße der beiden Flaggschiffe im damaligen Setra Reisebusprogramm waren mit 12 000 mm Länge und einer Höhe von 3 630 mm gleich. Die drei Achsen der Fahrzeuge erlaubten ohne Probleme vielfältige Möglichkeiten für Komforteinbauten und große Kofferräume. Für viele Busunternehmer Westeuropas waren diese beiden Setra Typen echte Aushängeschilder für das anspruchsvoller werdende Fernreisegeschäft.

Der vier Meter hohe S 228 DT hatte zwei Fahrgastebenen, mit einer Stehhöhe auf der unteren Ebene von 1,80 m und auf der oberen von 1,68 m.

Alle Fahrgastsitze, bis auf vier im Unterdeck, waren in Fahrtrichtung angeordnet. Das Komfortniveau entsprach dem schon damals sehr hohen Niveau aller anderen Setra Reisebusse. Auch beim S 228 DT galt neben einer optimalen Sitzqualität die Klimatisierung als wichtigstes Komfort-Kriterium. Dieses wurde mit der voll elektronisch gesteuerten Querstrombelüftung und bewährten Heizanlage der Setra Reisebusse erreicht. Selbstverständlich konnten auch Setra Sonderausstattungen wie z. B. die integrierte Klimaanlage eingebaut werden.


Das Oberdeck des S 228 DT



Das Unterdeck des S 228 DT

Fahrerplatz als Sicherheitszelle


Der S 228 DT hatte serienmäßig eine separate Fahrertür und der Fahrerplatzbereich selbst war als Sicherheitszelle ausgebildet. Eine sphärisch gewölbte Windschutzscheibe garantierte dem Fahrer ein ausgezeichnetes Sichtfeld.
Die Anordnung der beiden Fahrgasttüren (vorne und vor der Hinterachse) ermöglichte alle damals gängigen Sitzplatzeinteilungen bis zu einer max. Bestuhlung von 91 Fahrgastsitzen und zwei Begleiterplätzen. Der Kofferraum im hinteren Fahrzeugbereich hatte ein Volumen von neun Kubikmetern.

Mit erprobten Komponenten aus dem Reisebusprogramm

Für das Fahr- und Triebwerk verwendeten die Techniker bei Setra erprobte Fahrzeugkomponenten aus dem Reisebusprogramm der Baureihe 200.

Die Vorderachse wurde eigens für den S 228 DT entwickelt und hatte einen günstigen Einschlagwinkel von 52°. In Verbindung mit der Setra Einzelradaufhängung ergab sie bei diesem Fahrzeug eine besonders gute Wendigkeit.

Die Triebachse war mit der 1981 auf der IAA vorgestellten Mittenanlenkung versehen. Diese wurde mit einem in der gesamten Baureihe 200 bewährten Dreieckslenker angelenkt. Dadurch erreichte man eine Gewichtseinsparung von 130 kg. Diese Technik bewirkte, dass die dynamischen Achskräfte, die beim Durchfedern, Anfahren und Bremsen entstanden, zentrisch über den Achskörper und die Anlenkung in die Längsträger des Gerippes geleitet wurden. Zusätzlich brachte die Mittenanlenkung eine weitere Komfortsteigerung der Hinterachsfederung. Die dritte Achse wurde bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h passiv gelenkt, bei höherer Geschwindigkeit war sie automatisch arretiert und hatte eine starren Lauf.

Als Motor kam der ladeluftgekühlte Daimler-Benz OM 422 LA mit 276 kW (375 PS) zum Einbau und als Getriebe wurde das ZF-Sechs-Gang-Schaltgetriebe 6 S-150 C verwendet. Die Bremsanlage wies vorn Scheibenbremsen auf und an den Hinterachsen Trommelbremsen. Der Einbau von Bremskraftverstärkern wie Voith-Retarder oder Telma-Bremsen war problemlos möglich.
Fahrertür

Setra S 228 DT international gefragt

Die mit den HDS-Typen erworbenen praxisnahen Erfahrungen unterstrichen letzten Endes die Erkenntnis, dass die Baureihe 200 als Basis für die Entwicklung eines Setra Doppelstockbusses geradezu prädestiniert ist. Viele bewährte Komponenten und Teile des Standardprogramms konnten in den S 228 DT integriert werden. Der Setra S 228 DT war deshalb in seinen entscheidenden Merkmalen ein echtes Fahrzeug dieser erfolgreichen Baureihe. Dies bestätigen letztlich auch die in der Zeit von 1982 bis 1993, in denen dieser Typ gebaut worden ist, insgesamt 1.104 abgesetzten Einheiten. Den Rekord brachte dabei das Jahr 1991 mit 168 verkauften S 228 DT. Nicht nur in Deutschland kam der vier Meter hohe Luxusbus mit zwei Fahrgastebenen sehr gut an, auch im Export war er gefragt. Vor allem in England, Schweden, Norwegen, Dänemark, Frankreich, der Schweiz, Italien und Österreich, ja selbst im kleinen San Marino, war der Setra Doppelstock vertreten.


Setra S 228 DT – Baujahr 1991

Der Erfolg beruhte zum einen auf der wirtschaftlichen und rationellen Fertigung und zum andern auf dem vorteilhaften Anschaffungspreis, der sich in einem günstigen Verhältnis bezogen auf das Sitzplatzangebot, Personal- und Fixkosten ausdrückte. Das machte für viele Betriebe die Anschaffung dieses Großraum-Reisebusses realisierbar. Darüber hinaus war dieses attraktive Flaggschiff für viele Busunternehmer die beste Werbung für Omnibusreisen schlechthin.
Der S 228 DT stand für attraktive Reisequalität, hervorragende Fahreigenschaften, hohen Sicherheitsstandard und komfortables Reisen.

Zeitlose Eleganz prägt das Design

Der S 228 DT bestach durch eine zeitlose Eleganz des Designs, das auf Wertbeständigkeit und Zweckmäßigkeit ausgerichtet gewesen ist. Dieses Styling und die strömungsgünstige Frontpartie – bei einem Fahrzeug dieser Größe von besonderer Bedeutung – ohne hemmende Dachvorsprünge und Aufbauten, waren bald sein Markenzeichen.


Technische Daten – Setra S 228 DT (Typenblatt)

Fotos:
Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH


admin


gedruckt am 07.12.2019 - 09:56
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