Ehemalige Bushersteller
Dürkoppwerke AG
21.09.2011 - 01:00

Dürkoppwerke AG
1867 gründete Nikolaus Dürkopp mit einem Teilhaber in Bielefeld eine Fabrik, für die Reparatur und Herstellung von Nähmaschinen. Die allgemeine Konjukturschwäche gab den Anstoß, die Produktpalette zu erweitern. 1885 wurde deshalb mit der Herstellung von Fahrrädern begonnen. 1894 begann man dann mit dem Bau von Motorfahrzeugen.

Nach Versuchen mit einem Dreirad entstand 1897 der erste Dürkopp-Wagen. Der Automobilbau machte dann rasche Fortschritte und so konnte Dürkopp 1899 den ersten Lastwagen vorstellen.


Der erste Dürkopp-Lastwagen

Die Firma florierte und 1902 konnte Dürkopp unter dem ersten Technischen Leiter des Werkes, Georges Hartmann, einen 18-sitzigen Omnibus mit einem 15-PS-Zweizylindermotor präsentieren.


Dürkopp Ausflugs-Omnibus, 1902

Auch in technischer Hinsicht entsprachen die Fahrzeuge dem neuesten Standard. So bot Dürkopp als einer der ersten Firmen für die schweren Lastwagen und Omnibusse einen Kardan-, anstelle des sonst üblichen Kettenantriebs an. Mit dem Beginn 1. Weltkrieges verlagerte sich die Produktion überwiegend auf Lastwagen. Trotzdem wurden noch verschiedene Omnibusse und Lieferwagen gebaut.


Dürkopp Hotel-Omnibus, 1913



Dürkopp L 60 Doppeldecker-Omnibus, 1914

Doch nach dem Krieg war die Omnibusproduktion erst einmal unterbrochen und konnte erst 1925 wieder anlaufen. Auf dem Fahrgestell des Zweitonners entstand ein 18-sitziger Omnibus mit einem 40-PS-Motor. Später erhielt dieser Bus die Bezeichnung O 2 B und die Kapazität wurde auf 23 Sitzplätze erweitert.

1928 folgten dann die Modelle O 3 und O 5, die auf Niederrahmenfahrgestellen aufgebaut waren.


Dürkopp O 3 Niederrahmen-Aussichtswagen, 1928

Der O 5 verfügte über ein 90-PS-Sechszylindermotor und konnte außerdem als Doppeldeckbus geliefert werden. Diese Modelle waren dann auch gleichzeitig die letzten, die gebaut wurden. Trotz aller Rationalisierungsmaßnahmen war der Fahrzeugbau stets ein Zuschußgeschäft geblieben. So kam es, dass 1927 der Pkw-Bau und zwei Jahre später die Lkw- und Omnibusproduktion eingestellt wurde.

Man beschränkte sich wieder auf die Produktion von Nähmaschinen. Während des 2. Weltkrieges war man Rüstungsbetrieb und hier führend in der Herstellung von Wälzlagern für Panzer. Nach dem Krieg baute man wieder Zweiräder, bis die Firma 1962 von FAG Kugelfischer AG übernommen wurde.


Dürkopp O 3 Linienbus, 1929


admin


gedruckt am 30.11.2022 - 04:10
http://www.omnibusarchiv.de/include.php?path=content&contentid=894