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  Otto Kässbohrer
Geschichte   Otto Kässbohrer
22.08.2007 von admin


Dieser Omnibus war konstruktionsmäßig wie fertigungstechnisch zu einem Wendepunkt geworden. Er war der erste Omnibusaufbau in geschweißter Ganzstahlkonstruktion und löste die bisher aus Holz gefertigten Gerippe ab. Die Liebe zum Detail und die handwerklich saubere Verarbeitung, die Otto Kässbohrer auszeichnete und die er seinen Mitarbeitern vermittelte, führten dazu, dass er immer mehr als Reisender in eigener Sache unterwegs war. Zu diesem Zweck führte er im Kofferraum ein naturgetreues Modell einen modernen Kässbohrer-Reiseomnibusses mit sich, das in der Lehrwerkstatt im Maßstab 1:10 in allen Einzelheiten angefertigt worden war. Mit diesem Modell ließen sich die Ideen von einem modernen Omnibus anschaulicher erklären als anhand von Plänen. Der Erfolg war eindrucksvoll. Bald wurden Busse dieses Modells in alle Gegenden Deutschlands geliefert.


Das Modell des „Alpen-Express“ aus der Lehrwerkstatt.

Die Kundenbesuche von damals waren aber nicht nur Verkaufsgespräche. Sie dienten auch dem fruchtbaren Gedankenaustausch bezüglich der Weiterentwicklung des Omnibusses. So erinnerte sich Otto Kässbohrer an den Busunternehmer Konrad Schulz. Er war Ingenieur und Heizungsfachmann und unterbreitete seine Idee zum Heizen des Wagens nicht mehr die Auspuffgase zu benutzen, sondern stattdessen die Kühlwasserwärme. Unter der Leitung von Herrn Schulz wurde der erste Bus mit einer funktionierenden Warmwasserheizung ausgerüstet. Sie wurde verfeinert und weiterentwickelt. Als „Aurora-Heizung“ ist sie ein Begriff in der Fachwelt geworden.

Doch auch die Kapazität der Omnibusse ließ Otto Kässbohrer nicht ruhen. Man baute ja schon lange Sattelanhänger, was lag also näher, als dieses System auch im Omnibusbau zu versuchen. So entstanden in den 30ger Jahren Omnibus-Sattelzüge mit einem Fassungsvermögen von bis zu 170 Personen. Doch auch hier wurde Wert darauf gelegt, nicht nur äußerlich dem Bus ein geschmackvolles Gesicht zu geben. Dem Innenraum und der Bequemlichkeit wurde ganz besondere Sorgfalt zuteil. So wurden höhenverstellbare Schlummerrollen an gepolsterten Klubsesseln eingebaut. Schlafsessel, die sich in Längsrichtung in der Höhe und auch seitlich verstellen ließen. Sogar Korbsessel wurden eingebaut. Auch hielten bald Kühlschrank, Bordbar, Toilette, Klapptische, Leselampe, Garderobe sowie das Radio ihren Einzug in den Omnibus.


Ein Sattel-Omnibus für die Dessauer Straßenbahn 1934.


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