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  Otto Kässbohrer
Geschichte   Otto Kässbohrer
22.08.2007 von admin


Dieser Bus fand sogleich einen entschlossenen Käufer. Und das Fahrzeug konnte durch seine Langlebigkeit überzeugen. So hatte sich die umwälzende Idee bis zur nächsten IAA durchgesetzt, wo sich die Frage nur noch um weitere Modellgrößen und die Ausstattung drehten. Vier Jahre nach der Vorstellung verließ bereits der tausendste Setra das Werk. Bis 1969 konnte die Zahl auf zehntausend erhöht und im Sommer 1978 der 25.000ste Bus gebaut werden.

Doch woher kam eigentlich der Name „SETRA“? Otto Kässbohrer erzählt:

„Nun hatten wir einen neuen Bus und das Kind musste ja auch einen Namen haben. So wurde im Betrieb von den Mitarbeitern nach Namen gesucht und dabei kamen auch einige hochfliegende Phantasiebezeichnungen, die in der ersten Begeisterung vorgeschlagen wurden, zur Sprache. Doch so recht überzeugen konnte keiner. Bis dann einer den Vorschlag machte: „Warum nennt ihr ihn nicht einfach SeTra? Das kommt von selbsttragend und sagt doch alles aus.“ So kamen wir zu dem Namen. Er war modern, aber nicht modisch und, und das war wichtig, äußerst einprägsam.“

Doch trotz seiner erfolgreichen Bewährung ruhte sich Otto Kässbohrer nicht auf seinen Lorbeeren aus. Immer wieder wurde verbessert und weiterentwickelt. So setzte sich Otto Kässbohrer für die Einführung der Motorbremse ein und sie gehörte lange vor der gesetzlichen Vorschrift zur serienmäßigen Ausstattung der Setra-Busse. Auch die Wendigkeit der Busse wurde erhöht. Im allgemeinen lag der Vorderradeinschlag bei 40 bis 45 Grad. Beim Setra jedoch betrug er 52 Grad. Oder die Luftfederung. Auch sie wurde bei Kässbohrer entwickelt. Alle Detailverbesserungen hier aufzuzählen würde jedoch den Rahmen sprengen. Manches jedoch, was Otto Kässbohrer anregte und seine Mitarbeiter verwirklichten, zog ähnliche Entwicklungen bei anderen Herstellern nach sich.

In dieser zeit der Weiterentwicklung verblüffte Otto Kässbohrer andere immer wieder durch seine Kenntnisse. Wurde irgendwo eine Neuerung vorgestellt, so konnte er fast immer darauf hinweisen, dass so etwas schon vor Jahren in seine Busse eingebaut worden war. So erzählte er einmal:

„Anlässlich einer Fahrzeugausstellung wurde uns ein neues Federungssystem vorgestellt. Beim näheren Hinsehen erkannte ich, dass dieses Prinzip von uns schon in den 30ger Jahren verwandt worden war. Also auch nichts neues.“

Im März 1955 wurde der Setra S 6 vorgestellt. Mit seinen ausgezeichneten Fahreigenschaften und seiner Wendigkeit wurde er der beliebteste Clubbus jener Jahre. Bis heute ist es der kleinste Setra geblieben, der jemals gebaut wurde, und seinen vielen Besitzern ist dieses Fahrzeug noch in lebhafter Erinnerung.

Auch dieses Fahrzeug wies zur Zeit seiner Premiere eine Reihe technischer Neuerungen auf, wie zum Beispiel ein Fahrwerk, das mit Einzelradaufhängung vorn und hinten, mit Schwingachsen sowie einer progressiv wirkenden, wartungsfreien Gummi-Torsionsfederung ausgestattet war, ein Triebwerk, das in Blockbauweise Motor, Getriebe und Differential vereinigte.


Der Setra S 6 – 1955.


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