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  Geburt einer Legende: Die 1949 vorgestellte Motorenbaureihe 300 ist ein großer Wurf
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12.05.2009 von admin


Die NATO ordert benzingetriebene Varianten

Schritt hält derweil für eine gewisse Zeit wiederum eine Benzinervariante OM 352: Als M 352 ist das Aggregat als 130-PS-Motor von 1966 bis 1977 hauptsächlich in Nachschubfahrzeugen der NATO zu finden.

Mit der Entwicklung von OM 352 und OM 314 scheint die Baureihe 300 in den 80er Jahren endgültig ausgereizt – mehr Hubraum und auch eine höhere Belastung sind nicht mehr drin. Nach 30 Jahren wollen die Entwickler mit einer komplett neuen Motorenbaureihe in eine neue Ära starten. Frische Triebwerke werden entwickelt, ein Vierzylinder mit 4,7 Liter Hubraum und ein Sechszylinder mit sieben Liter Hubraum erfüllen auf Anhieb die Forderungen nach geringeren Verbräuchen und Emissionen sowie hoher Belastbarkeit. Auch tragen sie das Potential für Weiterentwicklungen in sich. Alle sind begeistert: „Der war ganz wunderbar“, freut sich Motorenentwickler Körner noch heute, und ergänzt: „Auch der Vorstandsvorsitzende Prinz wollte ihn haben.“

Doch bevor die neuen Motoren gefertigt werden können, schaltet der Vorstand trotzdem die Ampel auf Rot: Die notwendigen Investitionen sind zu hoch. 150 Millionen Mark sollen die neuen Triebwerke kosten – zuviel. Das Projekt wird gestrichen, die Motoren wandern in die Kellerräume des Versuchs. Einige interessierte Kunden bekommen sie dort zu sehen, verleihen ihnen den Spitznamen „Kellermotoren“.

Die Reihe 300 setzt zur Ehrenrunde an

Die Entwickler jedoch geben nicht auf. Zwar scheinen die Entwicklungsmöglichkeit der Baureihe 300 allein durch ihre Langhubigkeit und den geringen Zylinderabstand am Ende. Doch sie bekommen den Auftrag, diese Motoren noch einmal auf den neuesten Stand zu bringen. Statt 150 Millionen Mark für die neuen Motoren stellt der Vorstand nun 20 Millionen Mark für die Weiterentwicklung der bisherigen Triebwerke zur Verfügung.

Es kommt der Ehrgeiz, noch mal richtig durchzustarten. Die Ziele sind komplex: mehr Leistung, weniger Verbrauch und Abgase, Verbesserung der Lebensdauer, Verringerung der Störanfälligkeit. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Die Zylinderbohrung wird noch einmal um 0,5 auf 97,5 Millimeter erhöht, der Kolbenhub wächst um fünf auf 133 Millimeter – macht 3,97 Liter Hubraum für den Vierzylinder, 5,96 beim Sechszylinder.


Mit 4,0 sowie 6,0 Litern Hubraum starten die 300er-Motoren einletztes Mal durch und erreichen mit Turboaufladung sowie Ladeluftkühlung sogar Euro 2.


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