Geschichte
Die ersten Omnibuslinien
04.01.2006 - 02:00

Die ersten Omnibuslinien
Allmählich wurden im Laufe der Zeit immer mehr Omnibuslinien, vornehmlich in großen Städten, eingerichtet. Stellvertretend hierfür sei Berlin und Hamburg genannt. In Berlin erhielt 1846 die "Concessionierte Berliner Omnibus-Compagnie" die Genehmigung zum Betrieb von fünf innerstädtischen Pferdebuslinien. 1864 gab es dann bereits 36 Busbetriebe. Doch auch kleine und kleinste Betriebe führten einen Linienverkehr durch. Das brachte dann teilweise wirtschaftliche Nöte und führte 1868 zur Gründung der "Allgemeinen Berliner Omnibus Actien-Gesellschaft" kurz "ABOAG" genannt, die den größten Teil des Pferdebusverkehrs übernahm.


Ein Pferdeomnibus der Concessionierten Berliner Omnibus-Compagnie

Doch ein komplettes Liniennetz bestand deshalb noch nicht. In Berlin zögerte man Omnibuslinien in größerem Umfang zuzulassen. So bestanden nur 11 Linien. Erst als 1862 Gewerbefreiheit herrschte, stieg die Zahl der Linien sprunghaft auf deren 40. 1865 zählte man in Berlin schon 305 Omnibusse.

In Hamburg kam erstmals 1798 der Gedanke auf eine Omnibuslinie zwischen Hamburg und Altona auf. Es blieb bei dem Gedanken, denn die Linie wurde nicht genehmigt, weil man befürchtete, dass die Altonaer ihre Geschäfte besser in Hamburg machen könnten. Altona gehörte nämlich noch nicht zu Hamburg und war dänisch.

So kam es, dass erst 1839 eine regelmäßige Linie zwischen Hamburg und Altona eingerichtet wurde. Auch hier entstanden bald noch andere Linien, wobei sich die Konkurrenz manchmal derart gegenseitig behinderte, dass sich die Behörde alsbald genötigt sah einzuschreiten. Doch 1866 tauchte erstmals ein Konkurrent auf, der den Omnibuslinien das Ende brachte, die Pferdestraßenbahn. Sie waren rentabler und verdrängten nach und nach den Omnibus. 1899 feierte die B.O.A.G. zwar ihr 50jähriges Jubiläum, aber ihre Liquidation war schon beschlossen. Erst 1910 entwickelte sich wieder ein Omnibusverkehr. Doch erst in den 20ger Jahren wurde dieser mit nachhaltigem Erfolg ausgebaut und verdrängte nun seinerseits die Straßenbahn.

In Berlin war die ABOAG bis 1886 konkurrenzlos. Es gab nur noch die "Neue Berliner Omnibus AG", die aber 1903 von der ABOAG übernommen wurde. Gefährlicher war da schon die Straßenbahn, sie wurde zwar auch von Pferden gezogen, war aber leistungsfähiger. Doch Berlin war inzwischen zur Weltstadt aufgestiegen und hatte daher andere Bedürfnisse.

In Berlin setzte man auch konsequent auf den Motoromnibus. Bereits 1905 wurden die ersten Motoromnibusse von der ABOAG eingesetzt und die Motorisierung weiter ausgebaut. Zwar hemmte der Krieg zunächst die Entwicklung, aber schon 1920 wurden die Pferde vollständig aus dem Tagesverkehr abgezogen. Nur auf einigen Nachtlinien blieben sie noch, bis im August 1923 auch der letzte Pferdeomnibus verschwand.


1909 am Alexander Platz in Berlin, noch „beherrscht“ die Straßenbahn und der Pferdeomnibus das Straßenbild.



Berlin, Unter den Linden, 1918. Der Motoromnibus hat seinen Einzug gehalten.


Fotos:
Omnibusarchiv


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