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  Setra S 8 *
Omnibus-Infos   Setra S 8 *
22.01.2008 von admin


Vor genau diesem Problem stand auch Otto Kässbohrer. So stellte er und sein Chefkonstrukteur Georg Wahl sich die Frage: „Brauchen wir überhaupt ein Lkw-Fahrgestell?“ Schließlich hatte man vor zwanzig Jahren bereits Pkw´s mit einer selbsttragenden Karosserie gebaut. Konnte man dieses Prinzip nicht auf den Omnibus übertragen? Zugegebenermaßen waren solche Überlegungen zur damaligen Zeit mutig. Sie stellten die bisherige Bauform eines Omnibusses komplett in Frage.

Doch Otto Kässbohrer und Georg Wahl entschieden sich dafür, diesen Weg zu beschreiten. Sie entwarfen für den neuen Bus ein sogenanntes Gerippe. Hierbei bildete ein fachwerkartiger Kastenträger, der sogenannte Gittersteg, das Rückgrat des Fahrzeugs. Er bestand aus Vierkant-Stahlprofilen, die miteinander elektrisch verschweißt wurden. Versteift wurde er durch zusätzliche Diagonalstreben. Der Wagenkörper bestand ebenfalls aus einem Fachwerkgerüst aus Vierkant-Stahlprofilen. Auf dieses Grundgerüst wurde dann die Außenhaut, bestehend aus Leichtmetall, aufgeschweißt bzw. aufgenietet.


Ein Bild, das Aufsehen erregte. Sechs Arbeiter tragen das Gerippe, auf dem der S 8 aufgebaut wurde.

Ein weiterer Vorteil dieser Bauweise war, man konnte das Fahrzeug nun den Bedürfnissen des Fahrgastes anpassen. Hierzu gehörten eine bessere Raumausnutzung, mehr Bequemlichkeit, mehr Komfort und mehr Gepäckraum. Ein weiterer Vorteil war die Gewichtsersparnis. So brachte der neue Bus nur 5 t auf die Waage und sein Gesamtgewicht betrug 8,7 t.

1951 war es dann soweit. Der erste Bus stand auf seinen eigenen Rädern und sollte nun die Halle verlassen. Also Motor anlassen, Gang einlegen – und der Bus fuhr rückwärts. Man hatte im Eifer versehentlich das Getriebe falsch angeflanscht. Der Fehler wurde behoben und es ging auf ausgiebige Testfahrten. Er wurde auf Autobahnen, Paßstraßen in den Alpen sowie guten und schlechten Straßen strapaziert. Sämtliche Messungen bestätigten die Erwartungen. Die Festigkeit des Wagenkörpers war mehr als erreicht und die Fahreigenschaften übertrafen alles Bisherige.


Eine Konstruktionszeichnung des Setra S 8


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